
Picard und Thiriet besetzen zwei unterschiedliche Nischen im französischen Tiefkühlmarkt, aber ihre Unterschiede gehen weit über die geschmackliche Qualität der Gerichte hinaus. Das Vertriebsmodell, die geografische Abdeckung und die Preisstruktur trennen diese beiden Marken deutlicher, als man es im Geschäft wahrnimmt. Ein Vergleich zwischen Picard und Thiriet erfordert einen Blick über die Kühlschrankvitrine hinaus.
Vertriebsmodell: Thiriets Franchise gegen Picards integriertes Netzwerk
Der strukturellste Unterschied zwischen diesen beiden Marken betrifft weder die Rezepte noch die Zutaten. Er liegt in der Art und Weise, wie jede ihre Präsenz im Gebiet organisiert.
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Picard funktioniert als integrierte Kette von Fachgeschäften. Jeder Verkaufsstandort gehört zur Gruppe, mit einer einheitlichen Geschäftspolitik von Geschäft zu Geschäft. Der Verbraucher findet überall die gleichen Preise, die gleichen Aktionen und dasselbe Katalogangebot.
Thiriet basiert auf einem System von 5-jährigen, erneuerbaren Franchisen, mit einer Gebühr von etwa 1,5 % des Nettoumsatzes und ohne Eintrittsgebühren. Der Franchisenehmer ist ein unabhängiger Unternehmer, der sein Gebiet, seine Liefertouren und seine lokalen Verkaufsaktionen verwaltet. Diese Flexibilität ermöglicht es Thiriet, sich in städtischen oder ländlichen Gebieten niederzulassen, in denen Picard keine Geschäfte eröffnet.
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Dieser Vergleich zwischen Picard und Thiriet wird besonders relevant, wenn man den geografischen Zugang betrachtet: Je nach Wohnort kann eine der beiden Marken deutlich leichter zugänglich sein als die andere, nicht im Geschäft, sondern über die Lieferung.

Lieferung nach Hause: Der Kanal, der Picard und Thiriet wirklich trennt
Thiriet positioniert sich historisch als Spezialist für die Lieferung von Tiefkühlprodukten nach Hause. Das Modell basiert auf regelmäßigen Touren, die vom lokalen Franchisenehmer durchgeführt werden, mit einer engen Beziehung zwischen dem Lieferanten und dem Kunden. Für wenig mobile Verbraucher oder solche, die weit von den Stadtzentren entfernt wohnen, verändert dieser Service die Situation erheblich.
Picard bietet ebenfalls Lieferung an, aber sein Modell bleibt auf den physischen Laden fokussiert. Der Großteil der Kundenerfahrung spielt sich im Geschäft ab, mit einem Ablauf, der für einen schnellen Kassiervorgang ausgelegt ist.
| Kriterium | Picard | Thiriet |
|---|---|---|
| Hauptkanal | Integriertes Fachgeschäft | Lieferung nach Hause durch Franchisenehmer |
| Entwicklungsmodell | Filialnetz | Unabhängige Franchisen |
| Gebühr / Eintrittsgebühr | Nicht anwendbar (integriert) | ~1,5 % des Nettoumsatzes, keine Eintrittsgebühr |
| Angekündigtes Sortiment | Umfangreicher Katalog, saisonal erneuert | Etwa 1.800 süße und herzhafte Kreationen |
| Geografische Abdeckung | Stark in städtischen Gebieten | Auch in peri-urbanen und ländlichen Gebieten vertreten |
Thiriet bietet ein Sortiment von etwa 1.800 Kreationen an, sowohl süß als auch herzhaft. Picard kommuniziert stärker über die saisonale Erneuerung seines Katalogs, mit limitierten Serien und Rezepten, die von aktuellen kulinarischen Trends inspiriert sind.
Rohprodukte und Gemüse: Wo die Preisunterschiede größer werden
Bei Rohprodukten (Naturgemüse, unverarbeitetem Fisch, Obst) sind die Preisunterschiede zwischen spezialisierten Marken und dem Einzelhandel dokumentiert. Que Choisir hat deutliche Unterschiede bei Rohprodukten zwischen den Vertriebswegen festgestellt.
Picard und Thiriet haben höhere Preise als die Eigenmarken im Supermarkt für Tiefkühlgemüse. Die Frage stellt sich, wofür man tatsächlich bezahlt:
- Bei Picard spiegelt der Aufpreis die Sortenauswahl, die Sortierung und eine oft praktische Einzelportionierung wider, die für kleine Haushalte geeignet ist.
- Bei Thiriet wirkt sich die integrierte handwerkliche Herstellung (über seine Werkstätten Atelier Toqué und Fabrique Givrée) auf den Preis der Fertiggerichte aus, aber das rohe Gemüse profitiert nicht von demselben hausgemachten Produktionsvorteil.
- In Supermärkten bleiben die günstigen Tiefkühlgemüsepackungen deutlich günstiger, bei oft vergleichbarer Nährstoffqualität bei unverarbeiteten Produkten.
Für einen regelmäßigen Kauf von Gemüse und Rohprodukten rechtfertigt sich die Wahl zwischen Picard und Thiriet vor allem durch die Praktikabilität der Verpackung oder die Nähe zu einem Verkaufsstandort. Geschmacklich zeigt sich der Unterschied eher bei den Fertiggerichten und Desserts.

Eiscreme und Tiefkühldesserts: Ein klarer Vergleichsbereich
Die gefrorenen Desserts sind das Segment, in dem Thiriet am meisten von seiner integrierten Produktion profitiert. Die in eigenen Werkstätten hergestellten Eiscremes weisen kürzere Zutatenlisten mit weniger Zusatzstoffen auf als der Marktdurchschnitt.
Laut einem Vergleich, der 2025 von RMC veröffentlicht wurde, gehören einige Eiscremes von Picard zu den am besten bewerteten im Vergleich zu nationalen Marken, mit wenniger Zusatzstoffen und weniger zugesetztem Zucker als gängige Referenzen. Die Qualitätspositionierung zeigt sich also bei beiden Marken in diesem Segment, mit einem leichten Vorteil für Thiriet aufgrund der direkten Kontrolle über die Produktionskette.
Bei den Fertiggerichten divergiert der Ansatz deutlich. Picard erneuert häufig sein Angebot mit internationalen Rezepten. Thiriet bleibt auf einem traditionelleren Register, das in der französischen Familienküche verankert ist. Die Wahl hängt hier mehr vom persönlichen Geschmack ab als von einem messbaren Qualitätsunterschied.
Das entscheidende Kriterium zwischen Picard und Thiriet hängt letztendlich weniger vom Inhalt des Tellers ab als von der Einkaufsweise. Ein städtischer Verbraucher mit einem Picard-Geschäft in der Nähe hat nicht die gleichen Einschränkungen wie ein Haushalt in einem ländlichen Gebiet, das von den Thiriet-Touren abgedeckt wird. Das logistische Modell, mehr als das Rezept, bestimmt die nachhaltige Wahl.